HOMA-Index (HOMA-IR) berechnen: Rechner & Tabelle
Der HOMA-Index, international auch HOMA-IR genannt, ist eine der einfachsten Möglichkeiten, um abzuschätzen, wie gut Ihr Körper auf das Hormon Insulin reagiert. Anders als der reine Blutzuckerwert berücksichtigt er auch, wie viel Insulin Ihr Körper aufwenden muss, um diesen Blutzucker zu halten. Genau darin steckt der frühe Hinweis auf eine Insulinresistenz, oft Jahre bevor der Nüchternblutzucker auffällig wird.
Mit dem folgenden Rechner ermitteln Sie Ihren HOMA-Index in wenigen Sekunden. Sie brauchen dafür nur zwei Werte aus einer Blutabnahme im nüchternen Zustand: Ihren Nüchtern-Blutzucker und Ihr Nüchtern-Insulin. Es werden keine Daten gespeichert, die Berechnung läuft vollständig in Ihrem Browser.
Wichtig vorab: Dieser Rechner ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine ärztliche Diagnose. Die Referenzwerte können sich je nach Labor und Messmethode leicht unterscheiden. Besprechen Sie Ihr Ergebnis immer mit Ihrem Arzt.
HOMA-IR-Rechner
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Ihr HOMA-IR-Wert
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Dieser Wert ist eine Orientierung, keine Diagnose. Lassen Sie ihn ärztlich einordnen.
HOMA-IR steht für Homeostatic Model Assessment of Insulin Resistance, also die Bewertung der Insulinresistenz über ein Rechenmodell. Im deutschsprachigen Raum ist dafür meist die Bezeichnung HOMA-Index gebräuchlich, international spricht man von HOMA-IR. Gemeint ist in beiden Fällen exakt dasselbe: dieselbe Formel, dieselbe Aussage. Das Modell wurde bereits 1985 von einer Forschergruppe um David Matthews entwickelt und ist bis heute eines der am häufigsten genutzten Werkzeuge, um die Insulinempfindlichkeit einzuschätzen, ohne aufwendige Belastungstests durchführen zu müssen.
Die Grundidee ist einfach: Bei einem gesunden Stoffwechsel genügt eine kleine Menge Insulin, um den Blutzucker im Zaum zu halten. Reagieren die Zellen jedoch schlechter auf Insulin, muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr davon produzieren, um denselben Blutzucker zu erreichen. Ein hoher Insulinspiegel bei gleichzeitig normalem oder erhöhtem Blutzucker ist deshalb ein typisches Frühzeichen einer Insulinresistenz. Der HOMA-IR fängt genau dieses Verhältnis in einer einzigen Zahl ein.
Für die Berechnung brauchen Sie zwei Nüchternwerte. Je nachdem, in welcher Einheit Ihr Blutzucker angegeben ist, gibt es zwei Varianten der Formel:
Blutzucker in mg/dl:
HOMA-IR = (Insulin × Blutzucker) / 405
Blutzucker in mmol/l:
HOMA-IR = (Insulin × Blutzucker) / 22,5
Das Insulin wird dabei in µU/ml (Mikroeinheiten pro Milliliter) eingesetzt. Ein Beispiel: Bei einem Nüchtern-Insulin von 8,5 µU/ml und einem Nüchtern-Blutzucker von 95 mg/dl ergibt sich ein HOMA-IR von (8,5 × 95) / 405 = 1,99, also ein Wert an der oberen Grenze des Normalbereichs.
Die folgende Tabelle zeigt die gängigen Orientierungsbereiche. Wichtig: Es gibt keinen weltweit einheitlichen Grenzwert. Verschiedene Labore und Studien nutzen leicht unterschiedliche Schwellen. Die Werte hier orientieren sich an den in Deutschland üblichen Bereichen.
| HOMA-IR-Wert | Bedeutung |
|---|---|
| unter 1,0 | Optimale Insulinsensitivität |
| 1,0 bis 2,0 | Normalbereich, unauffällig |
| 2,0 bis 2,5 | Grauzone, beginnende Insulinresistenz möglich |
| über 2,5 | Insulinresistenz wahrscheinlich |
Gut zu wissen: Ein einzelner Wert im Grenzbereich ist noch kein Grund zur Sorge. Insulin- und Blutzuckerwerte schwanken von Tag zu Tag. Aussagekräftiger ist der Trend über mehrere Messungen hinweg, idealerweise unter denselben Bedingungen und im selben Labor.
Liegt Ihr Wert im Normalbereich, reagiert Ihr Körper gut auf Insulin. Das ist ein positives Zeichen für Ihren Stoffwechsel. Trotzdem lohnt es sich, die Grundlagen wie Bewegung und ausgewogene Ernährung beizubehalten, denn die Insulinsensitivität kann sich im Laufe der Jahre verändern.
Liegt Ihr Wert in der Grauzone oder darüber, heißt das nicht automatisch, dass Sie krank sind. Es ist ein Hinweis darauf, dass Ihre Zellen möglicherweise beginnen, schlechter auf Insulin zu reagieren. Genau hier liegt die Chance: Eine beginnende Insulinresistenz lässt sich in vielen Fällen durch den Lebensstil deutlich verbessern, oft sogar umkehren. Wie das mit einer Vorstufe des Diabetes zusammenhängt, lesen Sie im Ratgeber Prädiabetes erkennen.
Wenn Ihr Wert erhöht ist, sind es meist die einfachen, konsequenten Maßnahmen, die den größten Unterschied machen:
Eine ausführliche Übersicht mit zehn wissenschaftlich belegten Ansätzen finden Sie im Ratgeber Blutzucker natürlich senken. Manche Menschen setzen zusätzlich auf Nahrungsergänzungsmittel wie Berberin, Zimt oder Gymnema. Ob und wie diese sinnvoll sein können, habe ich mir in meiner Bewertung von GlucoTrust genauer angesehen. Solche Präparate sind aber immer nur eine mögliche Ergänzung, kein Ersatz für die genannten Grundlagen.
Für den HOMA-Index brauchen Sie neben dem Nüchtern-Blutzucker vor allem einen Wert, der bei Routineuntersuchungen selten automatisch mitbestimmt wird: das Nüchtern-Insulin. Sie müssen es in der Regel gezielt ansprechen.
Ob die gesetzliche Krankenkasse die Insulinbestimmung übernimmt, hängt vom Anlass ab. Besteht ein konkreter medizinischer Verdacht, etwa bei PCOS, einer Fettleber oder einem metabolischen Syndrom, wird sie häufig übernommen. Ohne einen solchen Anlass wird sie oft als Selbstzahlerleistung (IGeL) abgerechnet. Die Kosten unterscheiden sich je nach Labor und Praxis. Fragen Sie am besten direkt in Ihrer Praxis nach, bevor Sie den Termin vereinbaren, und klären Sie im Zweifel vorab mit Ihrer Krankenkasse.
Praxistipp: Damit der Wert brauchbar ist, muss die Blutabnahme wirklich nüchtern erfolgen, also nach etwa 8 bis 12 Stunden ohne Nahrung und ohne gezuckerte Getränke. Auch Kaffee mit Milch kann das Ergebnis verfälschen. Wasser ist erlaubt.
So praktisch der HOMA-IR ist, er hat klare Grenzen. Das Modell wurde für die Einschätzung auf Bevölkerungsebene entwickelt und ist bei einzelnen Personen weniger präzise als aufwendigere Verfahren wie der Clamp-Test. Außerdem ist er bei Menschen, die bereits Insulin spritzen, oder bei stark eingeschränkter Insulinproduktion nur eingeschränkt aussagekräftig.
Auch die Blutabnahme selbst beeinflusst das Ergebnis: Nur ein korrekt nüchtern gemessenes Insulin liefert einen brauchbaren Wert. Sehen Sie den HOMA-IR daher als eines von mehreren Puzzleteilen, das zusammen mit Ihrem Blutzucker, dem HbA1c-Wert, Ihrer Vorgeschichte und den Symptomen ein Gesamtbild ergibt. Die Einordnung gehört in ärztliche Hände.
Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels und das Ergebnis des Rechners dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Der HOMA-IR-Wert ist eine Orientierungshilfe und kein Diagnoseinstrument. Personen mit Diabetes mellitus oder anderen Stoffwechselerkrankungen sowie Personen, die Medikamente einnehmen, sollten ihre Werte stets ärztlich abklären lassen.
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Quellen & weiterführende Literatur
Als unauffällig gilt in der Regel ein HOMA-Index unter 2,0. Werte unter 1,0 sprechen für eine besonders gute Insulinsensitivität. Ab etwa 2,0 bis 2,5 spricht man von einer Grauzone, in der eine beginnende Insulinresistenz möglich ist, und ab 2,5 gilt eine Insulinresistenz als wahrscheinlich. Diese Grenzen sind Orientierungswerte. Ihr Labor und Ihr Arzt legen die für Sie gültigen Referenzbereiche fest.
Es gibt keinen inhaltlichen Unterschied. Beide Begriffe bezeichnen denselben Wert, der nach derselben Formel berechnet wird. HOMA-IR ist die international übliche Abkürzung und steht für Homeostatic Model Assessment of Insulin Resistance. Im deutschsprachigen Raum hat sich stattdessen die Bezeichnung HOMA-Index eingebürgert. Ihr Laborbericht kann je nach Labor die eine oder die andere Schreibweise verwenden.
Die Formel lautet: Nüchtern-Insulin (µU/ml) multipliziert mit Nüchtern-Glukose (mg/dl), geteilt durch 405. Wenn Ihr Glukosewert in mmol/l vorliegt, teilen Sie stattdessen durch 22,5. Sie brauchen dafür zwei Nüchternwerte aus einer Blutabnahme: den Blutzucker und das Insulin. Der Rechner auf dieser Seite nimmt Ihnen die Rechnung ab.
Das hängt vom Anlass ab. Für den HOMA-Index wird zusätzlich zum Blutzucker das Nüchtern-Insulin benötigt, das bei Routineuntersuchungen meist nicht automatisch bestimmt wird. Bei einem konkreten medizinischen Verdacht, etwa bei PCOS, einer Fettleber oder einem metabolischen Syndrom, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Bestimmung häufig. Ohne einen solchen Anlass wird sie oft als Selbstzahlerleistung abgerechnet. Die Kosten unterscheiden sich je nach Labor und Praxis. Fragen Sie am besten vorab in Ihrer Praxis oder bei Ihrer Krankenkasse nach.
Sie benötigen zwei Werte, die morgens nüchtern nach etwa 8 bis 12 Stunden ohne Nahrung im Blut gemessen werden: den Nüchtern-Blutzucker und das Nüchtern-Insulin. Das Insulin wird nicht bei jeder Routineuntersuchung automatisch bestimmt. Sie müssen es meist gezielt anfragen.
Nein. Der Blutzucker zeigt nur, wie viel Glukose gerade im Blut ist. Der HOMA-IR kombiniert Blutzucker und Insulin und schätzt daraus, wie gut Ihr Körper auf Insulin reagiert. Zwei Menschen mit demselben Nüchternblutzucker können sehr unterschiedliche HOMA-IR-Werte haben, weil einer dafür deutlich mehr Insulin ausschütten muss.
In vielen Fällen ja. Eine Insulinresistenz ist in frühen Stadien oft gut beeinflussbar. Regelmäßige Bewegung, besonders nach den Mahlzeiten, Gewichtsabnahme bei Übergewicht, eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Schlaf verbessern die Insulinsensitivität. Konkrete Schritte besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.
Der HOMA-IR ersetzt keine ärztliche Diagnose. Wenn Ihr Wert im Grenzbereich oder darüber liegt oder Sie Symptome wie ständige Müdigkeit, Heißhunger oder Konzentrationsprobleme bemerken, sollten Sie das Ergebnis ärztlich abklären lassen. Der Wert allein sagt nichts über die Ursache aus.
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Über die Autorin
Lisa Bauer
Ernährungswissenschaftlerin (B.Sc.), Universität Bonn
Lisa Bauer hat Ernährungswissenschaften studiert und spezialisiert sich auf metabolische Gesundheit, Blutzuckerregulation und evidenzbasierte Nahrungsergänzungsmittel. Bei GesundheitsKompass bewertet sie Produkte anhand wissenschaftlicher Kriterien — unabhängig von Herstellern und Werbepartnern.
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