Blutzucker & Stoffwechsel

Insulinresistenz-Selbsttest: 12 Fragen zu Ihrem Risiko

Recherche & Redaktion 9 Min. Lesezeit
Frau füllt am Küchentisch einen Fragebogen aus, daneben Maßband und Wasserglas: Selbsttest zur Einschätzung des Insulinresistenz-Risikos

Medizinischer Hinweis: Dieser Selbsttest dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine Diagnose, ersetzt keine ärztliche Untersuchung und kann eine Insulinresistenz weder feststellen noch ausschließen. Er erfasst lediglich bekannte Risikofaktoren. Besprechen Sie Auffälligkeiten immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Eine Insulinresistenz entwickelt sich meist über Jahre, ohne dass sie sich eindeutig bemerkbar macht. Der Blutzucker bleibt lange normal, weil die Bauchspeicheldrüse still gegensteuert und immer mehr Insulin produziert. Genau deshalb wird sie so oft erst spät entdeckt.

Der folgende Insulinresistenz-Selbsttest geht 12 Fragen durch, die in der Forschung als Risikofaktoren gelten oder als typische Beschwerden beschrieben werden. Er dauert etwa zwei Minuten. Es werden keine Daten gespeichert, alles läuft in Ihrem Browser.

Wichtig ist mir dabei eine ehrliche Einordnung: Dieser Test misst nichts. Er kann Ihnen nur zeigen, ob es sinnvoll wäre, das Thema ärztlich abklären zu lassen. Warum es dafür keine Abkürzung im Drogeriemarkt gibt, erkläre ich weiter unten.

Frage 1 von 12
1. Wie groß ist Ihr Taillenumfang, auf Höhe des Bauchnabels gemessen?

Warum es keinen Insulinresistenz-Test bei dm oder in der Apotheke gibt

Eine der häufigsten Fragen, die mir zu diesem Thema begegnet, lautet: Wo kann ich einen Insulinresistenz-Test kaufen? Die ehrliche Antwort lautet: Einen zuverlässigen Selbsttest für zu Hause gibt es nicht. Weder bei dm noch bei Rossmann oder in der Apotheke.

Was Sie dort bekommen, sind Blutzucker-Messgeräte und Teststreifen. Die messen die Glukose im Blut. Für die Frage nach einer Insulinresistenz reicht das aber nicht aus, und zwar aus einem einfachen Grund: Der Blutzucker kann jahrelang völlig normal aussehen, während die Bauchspeicheldrüse im Hintergrund immer mehr Insulin ausschütten muss, um ihn dort zu halten.

Die entscheidende Information steckt also nicht im Blutzucker allein, sondern im Verhältnis von Insulin zu Blutzucker. Und Insulin lässt sich nicht mit einem Teststreifen aus der Fingerkuppe bestimmen. Dafür braucht es eine Blutabnahme und ein Labor.

Kurz gesagt: Ein Blutzucker-Messgerät aus dem Drogeriemarkt sagt Ihnen, wie viel Zucker gerade im Blut ist. Es sagt Ihnen nicht, wie viel Mühe Ihr Körper aufwenden musste, um ihn dorthin zu bringen. Genau diese Mühe ist die Insulinresistenz.

Wie eine Insulinresistenz tatsächlich festgestellt wird

Der übliche Weg führt über eine Blutabnahme, morgens und nüchtern. Bestimmt werden dabei zwei Werte: der Nüchtern-Blutzucker und das Nüchtern-Insulin. Aus diesen beiden lässt sich der sogenannte HOMA-Index berechnen, der die Insulinempfindlichkeit in einer einzigen Zahl ausdrückt.

Wenn Ihnen beide Werte bereits vorliegen, können Sie das Ergebnis direkt mit dem HOMA-Index-Rechner ermitteln und einordnen. Ergänzend zieht die Ärztin oder der Arzt häufig den HbA1c-Wert heran, der den durchschnittlichen Blutzucker der letzten Wochen abbildet, oder ordnet einen oralen Glukosetoleranztest an.

Verfahren Was es misst Aussagekraft zur Insulinresistenz
Blutzucker-Messgerät (dm, Apotheke) Aktueller Glukosewert Sehr gering, misst kein Insulin
Online-Selbsttest wie dieser Risikofaktoren und Beschwerden Orientierung, ob eine Abklärung sinnvoll ist
HOMA-Index (Labor) Nüchtern-Insulin und Nüchtern-Blutzucker Gut, gängiges Verfahren in der Praxis
Oraler Glukosetoleranztest (oGTT) Blutzuckerverlauf nach Zuckerlösung Gut, aufwendiger, zeigt die Belastungsreaktion

Was kostet die Abklärung, und zahlt die Kasse?

Der Nüchtern-Blutzucker gehört häufig ohnehin zur Routineuntersuchung. Das Nüchtern-Insulin dagegen wird meist nicht automatisch mitbestimmt. Sie müssen es in der Regel gezielt ansprechen.

Ob die gesetzliche Krankenkasse die Bestimmung übernimmt, hängt vom Anlass ab. Besteht ein konkreter medizinischer Verdacht, etwa bei PCOS, einer Fettleber oder einem metabolischen Syndrom, wird sie häufig übernommen. Ohne einen solchen Anlass wird sie oft als Selbstzahlerleistung abgerechnet. Die Kosten unterscheiden sich je nach Labor und Praxis. Fragen Sie am besten vorab in Ihrer Praxis nach.

Praxistipp für den Arzttermin: Nehmen Sie eine kurze Notiz mit, welche Beschwerden Ihnen aufgefallen sind und seit wann. Wer konkret schildert, dass er seit Monaten nach dem Mittagessen regelmäßig müde wird und im Bauchbereich zugenommen hat, bekommt erfahrungsgemäß eher eine gezielte Abklärung als jemand, der nur allgemein von Erschöpfung spricht.

Wenn der Test viele Risikopunkte zeigt: was jetzt sinnvoll ist

Ein erhöhtes Risiko bedeutet nicht, dass Sie eine Insulinresistenz haben. Es bedeutet, dass sich eine Abklärung lohnt. Und es bedeutet: Sie sind früh dran, und genau das ist die gute Nachricht. Denn in frühen Stadien lässt sich die Insulinempfindlichkeit oft deutlich verbessern.

Die wirksamsten Hebel sind unspektakulär, aber gut belegt:

Welche Symptome typisch sind und was im Körper dabei passiert, habe ich ausführlich im Ratgeber Insulinresistenz: Symptome erkennen und natürlich gegensteuern beschrieben. Eine breitere Übersicht mit zehn belegten Ansätzen finden Sie unter Blutzucker natürlich senken.

Manche Menschen möchten die Grundlagen zusätzlich mit einem Nahrungsergänzungsmittel begleiten. Welche Wirkstoffe dabei überhaupt eine Studienlage haben und welche nicht, habe ich mir in meiner Bewertung von Glucotex genauer angesehen. Wichtig bleibt: Ein Supplement ersetzt weder die Abklärung noch die vier Punkte oben. Es kann sie im besten Fall begleiten.

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels und das Ergebnis des Selbsttests dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Der Test erfasst Risikofaktoren und kann eine Insulinresistenz weder feststellen noch ausschließen. Personen mit Diabetes mellitus oder anderen Stoffwechselerkrankungen sowie Personen, die Medikamente einnehmen, sollten Veränderungen stets ärztlich abklären lassen.

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Häufig gestellte Fragen

Nein. Bei dm, Rossmann oder in der Apotheke gibt es keinen zuverlässigen Selbsttest, der eine Insulinresistenz nachweist. Erhältlich sind dort lediglich Blutzucker-Messgeräte und Teststreifen. Diese messen nur den aktuellen Glukosewert, nicht das Insulin. Eine Insulinresistenz lässt sich aber erst aus dem Verhältnis von Nüchtern-Insulin und Nüchtern-Blutzucker abschätzen. Dafür ist eine Blutabnahme nötig.

Ein Online-Selbsttest wie dieser erfasst bekannte Risikofaktoren und typische Beschwerden. Er kann Ihnen zeigen, ob eine Abklärung sinnvoll ist. Er misst jedoch nichts im Blut und kann eine Insulinresistenz weder feststellen noch ausschließen. Sehen Sie das Ergebnis als Anlass für ein Gespräch mit Ihrem Arzt, nicht als Befund.

In der Regel über eine Blutabnahme im nüchternen Zustand. Bestimmt werden Nüchtern-Blutzucker und Nüchtern-Insulin, aus denen sich der HOMA-Index berechnen lässt. Ergänzend können der HbA1c-Wert und ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) herangezogen werden. Welche Untersuchung sinnvoll ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Der Blutzucker gehört häufig zur Routineuntersuchung. Das Nüchtern-Insulin, das für den HOMA-Index zusätzlich benötigt wird, wird dagegen meist nicht automatisch mitbestimmt. Bei einem konkreten medizinischen Verdacht, etwa bei PCOS, einer Fettleber oder einem metabolischen Syndrom, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Bestimmung häufig. Ohne einen solchen Anlass wird sie oft als Selbstzahlerleistung abgerechnet. Die Kosten unterscheiden sich je nach Labor und Praxis.

Der erste Ansprechpartner ist in der Regel die hausärztliche Praxis. Sie kann die Basiswerte bestimmen und bei Bedarf an eine diabetologische oder endokrinologische Praxis überweisen. Nehmen Sie zum Termin ruhig eine kurze Notiz mit, welche Beschwerden Ihnen aufgefallen sind und seit wann.

In frühen Stadien lässt sich die Insulinempfindlichkeit häufig deutlich verbessern. Regelmäßige Bewegung, eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht, ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Schlaf sind dabei die wirksamsten Hebel. Wie weit sich die Werte zurückentwickeln lassen, ist individuell verschieden und sollte ärztlich begleitet werden.

Lisa Bauer, Redaktion GesundheitsKompass

Über die Autorin

Lisa Bauer

Recherche & Redaktion · GesundheitsKompass

Lisa Bauer recherchiert für GesundheitsKompass die Studienlage zu Blutzucker, Stoffwechsel und Nahrungsergänzungsmitteln. Grundlage jeder Einordnung sind veröffentlichte Studien sowie die Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft und des Robert Koch-Instituts. GesundheitsKompass ist unabhängig von Herstellern und gibt keine medizinische Beratung.

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